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Beckett@111 – Festival | Try again fail better

Theater Zerberus

Sa 11.03. | 20:00 Uhr

Internationales Festival – beckett@111
Zum 111ten Geburtstag von Samuel Beckett
SA 04. – SA 11. März 2017

Die Premieren und Uraufführungen des gesamten Projekts finden im E-Werk statt.
(Weiter unten finden Sie das komplette Festivalprogramm)
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SA 11. MÄRZ
„Not I – Trio “
von S. Beckett
mit Claire Aveline (F), Fabienne Trüssel (D), Ellen Hillingsø (DNK) in französischer, deutscher und dänischer Sprache
Becketts Solostück für einen Mund und einen Strom der Worte. Auf das Minimum theatralischer Entfaltung gebracht, artikuliert die Stimme, der Mund einer einsamer Frau, die erst mit siebzig zu reden anfängt. Momente einer Existenz, die nur noch in den gerissenen Bildern der Erinnerung, in den Schüben der tyrannisierender Sprache erscheint. Was Anfang 70-er Jahre noch extravagant wirkte, findet man heute in Einklang mit zeitgenössischer medialer Ästhetik.
Dreifach aufgeführt auf Deutsch, Französisch und Italienisch. Inszeniert von Marek Kedzierski. Im Wechsel mit der
amerikanischer Produktion von Brenda Bynum mit Park Krausen (USA). (Fabienne Trüssel (D), Claire Aveline (F), Silvia Costa (I), Park Krausen (USA)).

„Katastrophe”
von Samuel Beckett
Theater Zerberus mit Tjadke Biallowons, Joe Killi, Raimund Schall, Regie: Marek Kedzierski
1982 geschrieben, dem damals inhaftierten Dissidenten Vaclav Havel, künftigen tchechischen Präsidenten gewidmetes Stück spielt in einem Theater. Eine Theaterprobe, Regisseur, seine Assistentin und Protagonist, der weder spricht, noch sich bewegt. Ist der Regisseur eine Verkörperung des kommunistischen Diktators oder eher unser narzisstischer Zeitgenosse, der, nach einem starken Bild suchend, im Begriff ist, sich mit dem von ihm manipulierten Opfer ein Selfie zu machen?

„Cabarett métaphysique” Performance nach Motiven von Beckett.
Theater Zerberus mit Muneer B. Fennell, Kai Littkopf, Joe Killi, Raimund Schall u.a.
Idee: Joe Killi, Raimund Schall
Musik und Soundscape (live und aufgezeichnet), Pantomime und Choreographie mit Videosequenzen. Zum Grundthema der wechselseitigen Abhängigkeit von Text und Musik. Jegliche Assoziationen zu lebenden oder toten Künstlern sind nicht nur beabsichtigt sondern unvermeidlich.

Abschlussfeier:
ab 22h Uhr“Jazz improvisations” mit Stefan Hardt

Das Festival wurde von dem international arbeitenden polnischen Schriftsteller, Übersetzer und Theaterregisseur Marek Kedzierski konzipiert und in Zusammenarbeit mit Raimund Schall, Theater Zerberus entwickelt.

Kooperationspartner: E-Werk Freiburg, Literaturbüro und Kommunales Kino
Detaillierte Informationen zu den Programmpunkten finden Sie auch unter: www.beckett111.net

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KOMPLETTES FESTIVALPROGRAMM:

Das Beckett-Festival wird am 4. März 2017 eröffnet, 111 Jahre nach der Geburt des irischen Dichters am 13.4.1906. Ein Revolutionär des Theaters, sein Einfluss auf Maler, Musiker, Tänzer, Performer/Innen, Filmemacher, Video- und Klangkünstler ist nach wie vor enorm. Unter den über 30 Stücken, die Beckett geschrieben hat, sind zwar nur drei abendfüllend, die meisten bestehen aus Fragmenten und Varianten, doch das bringt sie der Sensibilität und der synkretistischen Ästhetik der Gegenwart nahe. LESS IS MORE war Becketts Lebensmotto. Weniger ist mehr.

Trotz seiner Zurückhaltung gegenüber dem Engagement nahm Beckett politisch Stellung, indem er die menschliche Existenz in ihrer ganzen Komplexität einzufangen suchte. Angesichts der jüngsten religiösen, kulturellen und politischen Herausforderungen, vibriert und sprüht sein Werk von neuen Tönen. Wir wollen einige hörbar machen. Und wenn wir dabei … scheitern, scheitern wir besser!

SA 04.03.| 20:00 UHR | FAIL BETTER | Theater Zerberus
Eintritt € 16 / € 10

MO 06.03. | 20:00 UHR | FILM | Rue Samuel Beckett: Barbara Bray
Kommunales Kino
Eintritt € 7 / € 5

MI 08.03. | 20:00 UHR | NEUE MUSIK | Werke von Alwynne Pritchard und Mesias Maiguashca, Konzert mit Video und Performance.
Eintritt € 16 / € 10

DO 09.03.
17:00 UHR | AUSSTELLUNG | Karl Dunér,
18:00 UHR | VORTRAG/PRÄSENTATION | Mark Nixon,
20:00 UHR | GESPRÄCH mit Walter D. Asmus, dem Ehrengast des Festivals
Eintritt frei

FR 10.03.
| 16:30 – 24:00 UHR | LANGE NACHT: BECKETT.
Ein Querschnitt durch die Beiträge des Festivals an einem Abend. Lesungen, Theater, Musik, Performance
Eintritt € 20 / € 12

SA 11.03.
20 UHR | TRY AGAIN FAIL BETTER | Theater Zerberus u.a.
Eintritt € 16 / € 10

22 UHR | FINISSAGE | „Jazz improvisations“ im E-WERK Foyer

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WEITERE HINTERGRUNDINFORMATIONEN:

Warum Beckett?
Er war im Herzen ein Europäer, stammte aus Irland, lebte in Frankreich, las Dante auf Italiensch, schrieb auf Englisch und französisch, inszenierte in Deutschland. Sein Werk ist die Lingua franca der zeitgenössischen Ausdrucksformen. Ein Revolutionär des Theaters, sein Einfluss auf Maler, Musiker, Tänzer, Performer/Innen, Filmemacher, Video- und Klangkünstler ist nach wie vor enorm. Das Werk von Manchen, die sich auf ihn zwar nicht berufen, wäre ohne Beckett undenkbar. Er regt Wissenschaftler an und provoziert Intellektuelle.

Seiner Zeit weit voraus, experimentierte Beckett schon vor 50 Jahen im Medienbereich mit den Techniken, die erst jetzt verbreitet und Teil des Mainstreams sind. Die Absicht, Samuel Beckett heute ins Blickfeld zu rücken, soll deutlich machen, wie wichtig und – paradoxerweise – „up to date“ sein Werk insbesondere für ein jüngeres Publikum ist. Dies betrifft nicht nur seine besondere Form der Ästhetik, die wenig mit dem Klischee des absurden Theaters und seiner gleichermaßen dunklen Vision zu tun hat, sondern vielmehr und vor allem jene „ehrliche Vision“ (Peter Brook) auf unser Leben.

Trotz seiner Zurückhaltung gegenüber dem Engagement nahm Beckett politisch Stellung, indem er die menschliche Existenz in ihrer ganzen Komplexität einzufangen suchte. Angesichts der jüngsten religiösen, kulturellen und politischen Herausforderungen, vibriert und sprüht sein Werk von neuen Tönen. Wir wollen einige hörbar machen. Und wenn wir dabei … scheitern, scheitern wir besser!

Was uns wichtig ist:
Die Suche als Imperativ. Eine Erforschung, die neue Energien freisetzt und Beckett der heutigen Sensibilität näherbringt, wenn auch mit einem Risiko. Wir wollen nicht die etablierten Modelle reproduzieren, es geht uns vielmehr um das Prozess des Suchens. Also: Kein museales Gedenken! Lernen und experimentieren nicht in der Einweg-Kommunikation, sondern indem wir uns gemeinsam auf den Weg machen und grenzüberschreitend arbeiten, um Schubladen zu vermeiden, die sich an nationalen Traditionen, Sprachen, Genres, Medien etc. orientieren. Wir wollen erforschen wie Becketts Werk sich verändert, von Sprache zu Sprache, von Sparte zu Sparte, vom geschriebenen zum gesprochenen Text auf der Bühne oder auf der Leinwand, von der Musik und Klangkunst hin zu den bildenden Künsten und zur Installation.

Echos:
Becketts eigenes Werk wird neben andere gestellt, die von ihm angeregt wurden.

Die Kürze. Unter den über 30 Stücken, die Beckett geschrieben hat, sind nur drei abendfüllend, die meisten bestehen aus Fragmenten und Varianten, das bringt sie der Sensibilität und der synkretistischen Ästhetik der Gegenwart nahe.
Bei der Zusammenstellung dieses Programms können wir genauso viel über uns selbst erfahren wie über Beckett. Dazu brauchen wir keine abendfüllenden Stücke. LESS IS MORE war Becketts Lebensmotto. Weniger ist mehr. Jeder kennt Samuel Beckett, nur kennt ihn jeder anders. In jeder Sprache klingen seine Werke anders, nicht nur aus sprachlichen, sondern auch aus kulturellen Gründen, wegen des unterschiedlichen Hintergrunds und der Aufführungsstile. Wenn die in Norwegen lebende britische Performerin und Komponistin Pritchard Englisch spricht, so klingt es doch ganz anders als bei der aus der Dub-Poetin und Jazz-Sängerin Tutum, die aus Jamaika stammt. Auch zwischen Pritchards Stil und den Kompositionen des in Ecuador geborenen Maiguashca liegt die ganze Welt.

samuel.beckett@111 kombiniert Musik, Theater, Performance, Video- und Audiokunst, Installationen, Ausstellungen, Workshops, Lesungen und Diskussionen. Als Beitrag aus der Musik sind Originalkompositionen von Alwynne Pritchard (GB, Norwegen) und Mesias Maiguashca (Ecuador, BRD) in Arbeit. Das Theater kreist um die späten Stücke von Beckett, sie werden von Künstlern aus England, Frankreich, BRD, Italien, Norwegen, Schweden, Polen, USA und Jamaika gespielt. Es ist auch ein akademisches Rahmenprogramm in Vorbereitung.

Das Projekt wurde von dem international arbeitenden polnischen Schriftsteller, Übersetzer und Theaterregisseur Marek Kedzierski konzipiert und in Zusammenarbeit mit Raimund Schall, dem Leiter des Freiburger Theaters Zerberus entwickelt. Seit 1996 organisierte Kedzierski nahmhafte Theaterfestivals in Straßburg, Berlin (zusammen mit Walter Asmus), Krakau, und Zürich (mit Thomas Hunkeler). Jedes Festivals setzte einen anderen Schwerpunkt, da sich jede Zeit von anderen Aspekten angesprochen fühlt.

Nun also der nächste Schritt. Hier sollen die besondere Talente der mitwirkenden Künstler sprechen.

An FAIL BETTER:
samuel.beckett@111, sind Theater/Künstler und Spielstätten aus Deutschland, Norwegen, Polen, voraussichtlich auch aus Frankreich beteiligt. Die Proben zu den Produktionen finden bei den jeweiligen Kooperationspartnern in ihren eigenen Spielstätten statt, und werden, mit unterschiedlichen Schwerpunkten, an anderen Orten im Laufe der kommenden und der nächsten Saison gezeigt. Die einzelnen Teile (z.B. Musik und Theater) können in Einzelaufführungen oder in Kombination an einem Abend gezeigt werden.

E-WERK Freiburg 3 – 12 März 2017
TEATERHUSET AVANT GARDEN Trondheim 5, 6 Mai 2017
LAZNIA NOWA TEATR, TEATR GROTESKA, Cracow Okt-Nov 2017
Paris, Auxerre, 2017/2018, in Planung