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Revolution ohne Revolution. Performance und Partizipation

Ein Vortrag zur laufenden Ausstellung "Performing Grounds"

Di 27.09. | 19:30 Uhr

 

In seinem Vortrag REVOLUTION OHNE REVLUTION spricht Sebastian Blasius über seine Arbeit, ihr theoretisches Fundament und Grenzgänge zwischen Performance und Bildender Kunst.

Wie kann performative Kunst politisch agieren? Wie groß kann ihr ‚Handlungsradius‘ sein? Bleiben nicht künstlerische Aktionen und Artikulationen, unabhängig davon, ob sie im Theater, im Museum oder öffentlichen Raum stattfinden, immer erwartbar, solange sie sich durch ihre Darstellungsmittel ‚als Kunst‘ zu erkennen geben? Werden dadurch nicht Potenziale des Subversiven oder des Unberechenbaren letztlich im Zaun gehalten? Oder eröffnet die Verschiebung von Elementen empirischer Realität in den Rahmen des Ästhetischen nicht Möglichkeiten zur Distanznahme, zum Perspektivwechsel, zu einem Spiel mit Wertigkeiten, die aber dadurch, dass sie selbst eine Form von Realität ist, keinesfalls strikt von der empirischen Realität getrennt werden kann?

Für Regisseur und Theaterwissenschaftler Sebastian Blasius sind diese Fragen in seinen künstlerischen Arbeiten, die häufig an der Grenze von Performance und Bildender Kunst oder Installation situiert sind, stets virulent. Aufsehen erregte etwa seine Langzeit-Performance VERHALTET EUCH RUHIG, in der er u.a. Erdem Gündüz, der 2013 als ‚Standig Man‘ vom Taksim Platz zur Ikone des gewaltfreien Widerstands wurde, einlud sein mehrstündiges Stehen in Museums- und Galerieräumen zu wiederholen. Besucher konnten sich solidarisch dazustellen oder die Akteurwerdung anderer von außen betrachten, sodass die Performance zwischen Aktivismus und choreografischer Formation zu changieren begann und ein Schwebezustand zwischen Musealisieren/Auslöschen und Reaktivieren von Gündüz` Protestgeste entstand.

VITA

Das Fachmagazin „Theater der Zeit“ nennt Sebastian Blasius ‚eine wichtige Stimme in der aktuellen Theaterlandschaft‘.

SebastianBlasius, geb. 1979, Studium der Angewandten Theaterwissenschaft in Gießen, während des Studiums Szenische Projekte u.a. mit Laurent Chétouane, deufert + plischke, Mathilde Monnier, Rabih Mroué. Seit 2009 Arbeit als Regisseur, Choreograph und Theaterwissenschaftler; wissenschaftliche Publikationen u.a. zum Theorem der Abwesenheit, zu Theater und Politik sowie zur Politik von Körperbildern; diverse Vorträge bei wissenschaftlichen Konferenzen und Vernissagen. Arbeit als Dozent, u.a. an der Schauspielschule Köln oder an der Otto-Falckenberg-Schule München.

In einer Reihe von künstlerischen Projekten an der Grenze von Tanz und Schauspiel griff Sebastian Blasius auf prominente Performances zurück, um diese zunächst zu rekonstruieren und dann mit eigenen Fragestellungen zu überschreiben oder ‚auszuradieren‘. Seit 2014 arbeitet er verstärkt an installativen Performances, darunter auch im Galerie- und Museumskontext.

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