• Gegenwartskunst
  • Galerie 1; Galerie 2
Foto: Héloïse Delègue, Scopophilia, 2017, Installation View Detail, Gallery X, Deptford

Héloïse Delègue: Spooning sucks / Hanako Geierhos: Spirit Bodies

Doppelausstellung zu unserem Zeitalter der Selbstverwicklung

Do 27.06. | 17:00 Uhr

Ausstellung Sa, 25.5. – So, 30.6.2019
kuratiert von Heidi Brunnschweiler

In ihrer ortsspezifischen Installation Spooning sucks schafft Héloïse Delègue eine poetische Intervention aus Text, Malerei und Video. Darin entsteht ein fiktiver Dialog zwischen zwei Protagonisten, die sich in einem imaginären Raum unter einem Fuß mit Warze und einem Teppich zu entwickeln scheinen.

Héloïse Delègue stützt ihre Arbeit auf eine vielseitige Textforschung, die einen kontinuierlichen Prozess des Schreibens und Zeichnens stimuliert, aus dem sie Skizzen, Texte und Ideen für Formen ableitet. Für Spooning sucks erforscht die Künstlerin historische Texte, Gedichte, Filmfragmente, Songtexte, die auf humorvolle Weise Bedeutungsabweichungen und Übersetzungen auslösen. Delègue benutzt die Warze als eine Form des „Abjekten“, um über den Makel als Bedrohung der Identität im Zeitalter der Perfektion nachzudenken. Das Abjekte ist für sie Ausgangspunkt, um textbasierte Bilder zu schaffen, in denen sie negative Räume, Grenzen, Muster, Körper, Objekte und Gedanken zur Fragilität ihrer Beziehung verwebt.

Eine abstrakte Körper-Silhouette bildet das räumliche Zentrum ihrer Arbeit. Die Installation versteht die Künstlerin als Fresko aus verschiedenen Körpern, das Zeichen und Bedeutung räumlich abbildet. Die Künstlerin konstruiert die Haut dieses künstlichen Körpers als Relief aus Zeichnungen, Texten und Stoffen. Die collagierte Haut fungiert als diskursive Inschrift, die den Körper formt und diszipliniert. Gleichzeitig schafft diese Haut eine Realität, die dem Zugriff widersteht. Videos öffnen die Oberfläche wie künstliche Fenster auf andere Bereiche. Ihre Arbeit befasst sich mit dem Narzissmus in Zeiten des hyperindividuellen Neoliberalismus.

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Hanako Geierhos schafft mit ihren partizipativen Skulpturen Räume für
Kommunikation. Sie will im und mit dem Raum Kommunikation auslösen und die Grenzen des sozialen Miteinanders ausloten. Sie beschäftigt sich mit der Frage, welche Räume und Orte unsere Gesellschaft braucht, um sich über ihre Verfassung, ihre Anliegen, Probleme und die zukünftige Gestaltung des Gemeinwesens auszutauschen.

Hanako Geierhos gestaltet zunächst wandernde Handlungs- und Begegnungsräume im öffentlichen Raum mit skulpturalen Elementen. Im Ausstellungsraum werden sie später neu arrangiert und mit Dokumenten aus dem früheren Kontext wie Plakate, Videos oder Bücher kombiniert. Sie schafft Situationen, die sich nur die Zeit zu geben vermögen. Die Versuchsanordnungen verändern sich im Laufe der Zeit und verschieben unsere Wahrnehmung.
Als minimale Skulpturen sind Geierhos Interventionen von ästhetischer Qualität und streben nach Klarheit und Logik. Gleichzeitig sind sie funktional und können z.B. als Sitzgruppen benutzt werden. Ihre haptische Qualität lädt zur Interaktion ein. Wie Lygia Clarks „Objecto Sensoriales“ versteht Geierhos ihre Versuchsanordnungen als lebendige Organismen, die Form und Sinn durch die Interaktion mit dem Benutzer-Betrachter erhalten.

In der Ausstellung in Freiburg widmet sich Hanako Geierhos dem japanischen Raumkonzept „Ma“. Es beschreibt die Wahrnehmung von Raum oder Ort.Ma meint keine geschlossene dreidimensionale Einheit, sondern ein Bewusstsein für einen Ort als Platz der zentralen Aktivität, so wie es Hans Scharoun beschrieben hat. Ma nimmt Form an in der Vorstellung des Menschen der Raum erfährt. Ma ist für Geierhos ein Erfahrungsraum, „experiential place“.

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Öffnungszeiten Galerie 1 & 2
Do/Fr 17-20 Uhr | Sa 14-20 Uhr | So 14-18 Uhr

Eintritt FREI
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