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Foto: Promo

Jazzfestival | Theon Cross Quartett

The British Jazz-explosion

Do 24.09. | 20:00 Uhr

Eine der Schlüsselfiguren der jungen britischen Jazzszene ist der Tubist Theon Cross, 27, der etwa dem Sound der Band Sons of Kemet um den SaxophonistenShabaka Hutchings seinen melodiös-massiven Herzschlag verleiht. In seinem Stil kreuzen sich die Walking-Bass-Lines eines Paul Chambers mit Einflüssen aus Clubsounds wie Garage, Grime und Dubstep.

„Für mich ist die Tuba ein äußerst vielseitiges Instrument“, sagt Theon Cross. „Sie lässt sich sowohl als melodischer Bass wie auch als Perkussionsinstrument einsetzen. Interessant finde ich auch, dass der akustische Klang der Tuba manchmal ganz ähnlich wie die Synthesizer-Sounds in der elektronischen Musik klingt. Sie ermöglicht mir, eine Vielzahl von Stilen in meine Musik zu integrieren.“ Auf seinem Debut-Album „Fyah“ beweist Cross in stupender Manier, wie sich ein Instrument, dem Dixieland-Ruch und Marschband-Makel anhaften, wie selbstverständlich entmotten lässt. Hier wird zwischen den Zeichensystemen von Ornette Coleman, John Coltrane, Knitting Factory und Afrobeat operiert. Drummer Moses Boyd klingt zuweilen, als würde er Fela-Kuti-Legende Tony Allen channeln, während Saxophonistin Nubya Garcia immer wieder die Tenor Madness eines Sonny Rollins flackern lässt, ohne je wie ein Abziehbild ihres erklärten Vorbilds zu klingen. Auch sie macht keinen Hehl daraus, worauf sie hinauswill: „Früher wirkte das Wort Jazz oder das Genre Jazz an sich eher abschreckend auf die Leute – weil es ein verschnarchtes Image hat
und ein Nischendasein führte. Ich muss überhaupt erst einmal herausfinden, was Jazz für mich eigentlich bedeutet.“

Diejenigen, die jetzt die alte Suada von den jungen Bilderstürmern anstimmen, denen es womöglich aber doch ein wenig an musikalischer Reife mangelt, seien daran erinnert, dass Sonny Rollins auch nur ein paar Monate älter war als Theon Cross und Nubya Garcia, als er 1958 seine legendäre „Freedom Suite“ einspielte.

Und natürlich geht es auch auf „Fyah“ um die Kunst, sich die Freiheit zu nehmen – vor allem aber darum, die Körperlichkeit, sprich den Tanz zurückzuerobern, den Akademismus und Betulichkeit 2.0 dem Jazz gestohlen haben.

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Eintritt: 25,00€/20,00€ | Forum Merzhausen

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