#TakeHeart



Take-Heart RESIDENZEN 2022 ♥
22 flausen+ Stipendiant*innen im E-WERK Freiburg

Mit #TakeHeart setzt der Fonds Darstellende Künste im Rahmen von NEUSTART KULTUR seine umfassenden Fördermaßnahmen der freien Szene fort. Ziel der neuen Programmlinie ist es, die Auswirkungen der Corona-Pandemie im Kulturbereich abzumildern, den Wiederbeginn kulturellen Lebens in Deutschland zu befördern, Künstler*innen Planungssicherheit und zugleich neue zukunftsweisende Perspektiven für die Entwicklung der Freien Darstellenden Künste zu ermöglichen.

Gefördert werden im ersten Halbjahr 2022 ergebnisoffene Vorhaben wie Recherchen, Labore und Konzeptionen. Das E-WERK Freiburg als Mitglied von flausen+ hat insgesamt 22 Stipendiat*innen (darunter fünf Absolvent*innen) ausgewählt, jeweils zwei Monate können sie sich somit – ganz ohne finanziellen Druck – ihren Recherchevorhaben widmen.

1. Jazzmin Tutum: Voice is Vision
01.11.21 – 31.12.21
Jazzmin Tutum setzt sich in der Residenz mit ihrer eigenen Bühnenstimme auseinander, mit der sie die dauerhafte Vision möglicher Veränderungen verbindet. Sie recherchiert choreografische Strategien, die zum Verständnis von Live-Performance mit Stimme und Poesie, von Improvisationsperformance, einem konstruktiven transkulturellen Diskurs und dem Geschichtenerzählen beitragen.

2-4. Hollerbach | Vandeginste | Braun: HAUGTUSSA ALS PERFORMATIVER RESONANZRAUM
01.01.22 – 28.02.22
Das Künstler*innen-Kollektiv Hollerbach | VandeGinste | Braun befasst sich in ihrer Residenz mit einer genreübergreifenden Stoff- und Materialrecherche zu dem norwegischen Volksmythos „Haugtussa“. Ziel der drei Künstlerinnen ist es, nach Erzählmöglichkeiten, Umsetzungsformen und grundlegenden Perspektiven des Stoffmaterials zu suchen, denen ein belastbarer Stückprozess 2023 folgen kann.

5. Tom Schneider: IDENTITÄT UND DIFFERENZ
01.01.22 28.02.22
Beeinflusst soziale Realität das „Spiel“ des Darstellers und was bedeutet das für eine Zeitgenössische Figurendarstellung? In Video-Interviews mit Theaterschaffenden und Theaterschauenden möchte Tom Schneider Fragen zu Identität, zu normativen Erwartungen der Gesellschaft, dem Körper im Theater und dem innovativen Potenzial von Differenz auf den Grund gehen. Doing difference!

6. Fiona Combosch: Die Stimme im digitalen und analogen Kontext
01.02.22 – 31.03.22
Im Zentrum der Residenz steht einerseits, sich im Bereich Stimmtechnik, Repertoire Erarbeitung fortzubilden (analoger Teil) und andererseits, mit dem Musikprogramm Ableton ein Live-Set-up einzurichten und zu Möglichkeiten von digitalen Effekten in Verbindung mit der Stimme zu forschen. Die Recherche dient als vorbereitende Studie für zwei anstehende Produktionen im E-WERK. Zum einen für die Tanzproduktion des Silent Cosmonauts Kollektivs im Dezember 2022 und zum anderen für das partizipative Konzertprogramm „Echtzeit Resonanz“ von Die Soziale Gruppe im Oktober 2022.

7. Rebecca Narum: Moving Voices
01.02.22 – 31.03.22
„Moving Voices“ ist eine Bewegungsforschung, die die tiefe emotionale Kraft der Musik auf den Menschen und ihren Ausdruck durch Bewegung erforscht. Wie können wir als Tänzer*innen, Choreograph*innen und Bewegungskomponist*innen die gleiche emotionale Wirkung erzeugen? Wie können wir das Wissen über Musik nutzen, um ein Tanzstück zu schaffen, das diese physische
Wirkung auf die Zuschauer*innen hat?

8. Mathilde Bonte: DIALOGUE DRAWINGS
01.02.22 – 31.03.22
DIALOGUE DRAWINGS vertieft einerseits die Verbindung von kollektiver und individueller künstlerischer Arbeit mit ihrem/einem theoretischen Rahmen durch Lektüre sowie initiierter Dialoge (diá-logos). Anderseits konzipiert DIALOGUE DRAWINGS via Bewegungsrecherche von und mit abstrakten Kinderzeichnungen (pre-logos) Impulse für ein zeitgenössisches Duett in Zusammenarbeit mit Tim Weseloh.

9. Jürgen Oschwald: BlackBox
01.02. – 31.03.22
Drei Kameras, ein schwarz getünchter Raum und ein Akteur. „BlackBox“ wird performatives Gedächtnis. „BlackBox“ speichert alles Gesehene und macht es verfügbar. „BlackBox“ sammelt Handlungen und Aktionen und bietet somit Werkzeug zur Analyse des künstlerischen Tuns. Ein digitales Oschwald Performance-Archiv im analogen Raum.

10. Julia Fuchs: „Alles… Aber ohne Druck“
01.02.22 31.03.22
Die Residenz setzt sich ergebnisoffen mit einem Thema auseinander, das mich seit meinem Abschluss immer wider beschäftigt. Unter dem Titel „Alles… Aber ohne Druck“ geht es im Kern um Bewegung ohne „Druck“ – welche natürlichen Möglichkeiten hält der Körper für uns bereit, um uns zu bewegen? Eine interdisziplinäre Forschung und Frage nach dem, was schon ist und wie wir es nutzen können.

11. Marine Louarn:„Solo und Lebendigkeit“
01.02.22 – 31.03.22
Nach dem Abschluss der Tanzausbildung konnte Marine Louarn coronabedingt leider nicht in weitere Produktions- und Forschungsprozesse einsteigen bzw. praktisch recherchieren. Und so blieben existenzielle und produktionsunabhängige Fragen offen: Wie konzipiert und tanzt man ein Solo? Wie kann ich ein Solo aufbauen und es immer lebendig haben? Für die Künstlerin sind diese Arbeitsthesen die Voraussetzung für den „next step“; also in Zukunft als Solotänzerin Projekte zu realisieren.

12. Eckart Böhmer: Kaspar Hauser – Die Resilienz und der spielende Mensch
01.03.22 – 30.04.22
Eckart Böhmer geht in seiner Residenz als freier Regisseur, Kurator und Leiter der Kaspar-Hauser-Festspiele Ansbach auf die Suche nach einer postpandemischen Neuausrichtung einer wichtigen Programmlinie des traditionsreichen Festivals. Ziel ist es, die Kaspar-Hauser-Festspiele für die freien, gegenwärtigen perfoming-arts zu öffnen und inhaltliche Strategien der Kollaborationen mit freien Kunstschaffenden – unter anderem mit im Umfeld des E-WERK Freiburg arbeitenden Künstlern – zu entwickeln. Hierzu benötigt Eckart Böhmer in seiner Residenz die Zeit, für ein erstes Projekt eine konkrete Materialrecherche und Konzeptentwicklung zu machen.

13. Linda Brodhag: Mikro Makro Tänze
01.03.22 – 30.04.22
Im Rahmen der Residenz „Mikro Makro Tänze (AT)“ will Linda Brodhag Transformationsprozesse in der Natur untersuchen. Ihre Ausgangsfragestellung: Wie können degressive Zersetzungsvorgänge, die auf einer Mikroebene stattfinden, Inspiration für eine künstlerische Übersetzung in Bewegung und choreographische Formen sein?

14. Len Shirts: Konkretes Theater
01.03.22 – 30.04.22
Diese Residenz wird den eigenen kreativen Input/Output für eine zeitgemäße Relevanz und nachhaltige Wirkung überprüfen. These: Eine theatrale Poesie – frei von Linearität und logischen Schlussfolgerungen – kann tiefer und treffender eine künstlerische Kritik an der Gesellschaft bringen. Die stilistische Dimensionen dieser Solo-Forschung soll multi-disziplinarisch übergreifend sein.

15. Franziska Braegger: Darstellende Kunst für einen nötigen Paradigmenwechsel
01.03.22 – 30.04.22
Theater soll einen Freiraum für die Zuschauenden erschaffen, damit sie in einen Diskurs mit solchem Gedankengut gehen können. Als Theaterschaffende sehe ich mich herausgefordert, Darstellungsformen zu finden, die berühren und auf diese existentiellen Inhalte Bezug nehmen – auf Bühnen und im öffentlichen Raum. Der erste Schritt ist die inhaltliche Recherche für ein Fundament an Wissen aus Philosophie, Geschichte und Mythologie, das mir ermöglicht, meine Betrachtungsweisen zum Thema zu erweitern. Dann folgt die Frage nach angemessenen Techniken, wie etwa die eigenen stimmlichen- und Bewegungsqualitäten, welche es dem Thema anzupassen, zu erweitern und zu verfeinern gilt. Und schließlich die Frage: Wie kann der Gedanke der Wiederherstellung einer gesunden Beziehung von Mensch und Natur Ausdruck finden?

16. Paula Mierzowsky: Feldforschung zu installativ-performativen Erlebnisräumen
01.03.22 – 30.04.22
Paula Mierzowskys Ziel ist, eine aktuelle Praxis von multimedialen Installationen und partizipativen Performances weiterentwickeln. Und dafür den Schwerpunkt auf Self-Care, Ressourcen- Management und Kontemplation legen. Wie kann ich eine immersive, mehrtägige “Winterschlaf Umgebung” erschaffen? Zusammen mit Performer*innen, Teilnehmer*innen und ein besonderer Ort, mit Workshops, Ritualen und Performances?

17. Johann Diel | Performing Spaces
01.03.2022 – 30.04.2022
In „performing spaces“ möchte Johannes Diel die performative Macht von (Kunst-)Räumen ebenso untersuchen wie die Konstitution von sozialen und theatralen Räumen durch performative Akte. Kann ein Raum ohne Performer*innen Theater spielen? Können Performer*innen ohne Architektur Räume erschaffen? Wie können sich die freie Zeitgestaltung bei der Rezeption von Bildender Kunst und die immersive und vielleicht auch narrative Kraft von Theater gegenseitig bereichern?

18. Miriam Seifert: Alltägliche Formen neu finden
31.03.22 – 30.04.22
Die Lebendigkeit von Körpern, die sich schon in nur kaum sichtbaren Bewegungen wie dem Herzschlag bemerkbar macht, steht im Kontrast zur eingeschränkten Möglichkeit nach Körperausdruck im Alltag. In ihrer Recherche untersucht Miriam Seiffert die Qualitäten von Alltagsbewegungen und sucht nach neuen Bewegungsmöglichkeiten. Unausgesprochene Regeln zu Bewegungsnormen sollen infrage gestellt und gebrochen werden.

19. Sabine Noll: ZUMUTEN! Eine künstlerische Recherche zur weiblichen Körperlichkeit im Alter
01.05.22 30.06.22
Wüstenlandschaft, Mängelexemplar, welkender Körper, muffige Gerüche …“ – die Liste von Zuschreibungen des älteren weiblichen Körpers sowie die weiterhin vorhandene Unsichtbarkeit älterer Frauen in Kultur und Medien ist bekannt. Das Thema wurde in den letzten Jahren von verschiedenen zeitgenössischen Künstlerinnen aufgegriffen, aber es scheint sich auch im Bereich Tanz unter dem ungenauen Titel „feministischer Tanz“ eine Nischenzuschreibung herauszubilden. Warum eigentlich? Was macht es so schwer, Frauenstücke mit Frauenthemen ganz offen als Teil der Kulturlandschaft zu begreifen?

20. Leon Wierer: DAS DIGITALE THEATER GIBT ES NICHT?
01.06.22 – 31.07.22
Im Rahmen dieses Recherchevorhabens soll mit Hilfe von Kindern und Jugendlichen jenes Theater beleuchtet werden, das als „digital“ gelten könnte. Wenn zentrale Theater-Elemente wie „Bühne“, „Liveness“ oder „Publikum“ für den digitalen Raum neu gedacht werden, dann scheint es folgerichtig, Kinder und Jugendliche zu befragen: Wie unterscheidet sich der digitale vom analogen Raum – wo werden Gemeinsamkeiten deutlich? Welche Überschneidungen dieser Räume finden im Alltag der Kinder und Jugendlichen statt? Welches sind die Themen und Formate, die sich für „digitales Theater“ für und von Kindern und Jugendlichen eignen? Wer hat Zugang – wer nicht?

21. Zina Vaessen: SP ALT UN G EN – choreografische Recherche
01.06.22 – 31.07.22
SP ALT UN G EN ist eine choreografische Untersuchung des ästhetischen Potenzials von Spaltungsprozessen. Es erforscht Vorgänge auseinanderfallender auseinanderdividierter „geteilter“ gespaltener Handlungen und Aufmerksamkeiten im Körper, im szenischen Raum und in der Wahrnehmung durch das Publikum. Mit den Experimenten zu einer „Ästhetik der Spaltung“ möchte Vaessen nicht nur neues Bewegungsmaterial und choreografische Verfahren generieren, sondern bestenfalls neue Denkräumen eröffnen.

22. Veit Arlt: Der 200-Jährige – Monolog für einen Roboter
01.06.22 31.07.22
Im Jahr 2050 hat jede Familie ihren eigene Androiden im Haushalt, so auch die Familie Martin. Der Roboter Andrew ist allerdings fehlerhaft in seiner Serie gebaut worden. Der Fehler besteht darin, dass er menschliche Züge entwickelt, im Sinne von künstlerischen und manuellen Fertigkeiten, der Weiterentwicklung der Intelligenz, der Forschung am eigenen Subjekt. Andrews Weiterentwicklung wird von vielen Menschen als lächerlich abgetan, von seinem Besitzer Richard Martin aber sehr ernst genommen. In der letzten Konsequenz besteht der Wunsch des Roboters darin, sterblich zu werden und somit dem menschlichen Willen und dem Menschsein an sich nahezukommen. Andrew beginnt seinen Körper so zu verändern, dass ein natürliches Altern einsetzt. Im Jahr 2205 stirbt er schließlich im Alter von 200 Jahren an der Seite seiner geliebten Portia, wenige Sekunden bevor das Weltparlament seine Menschlichkeit anerkennt und er als der älteste Mensch, der je gelebt hat, in die Geschichte eingeht.

 

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