Pariser Salons hatten es in sich. Hier wurde in ambitionierter Halböffentlichkeit geliebt und gelitten, es wurde formuliert, musiziert und diskutiert. Claude Debussy kannte die Salons des beginnenden 20. Jahrhunderts gut – so gut, dass er sich ihren musikalischen Gepflogenheiten auch ironisch nähern konnte, wie in seinem „langsamsten Walzer“, den er „à la Bierstube“ orchestrierte. Etwas später nutzte der Wahl-Pariser George Antheil die Salons der 1920er-Jahre auch für den ein oder anderen Skandalauftritt. Sein zweites Klavierkonzert entstand kurz nach dem wilden „Ballet mechanique“. Johannes Schöllhorn hat sich noch im 21. Jahrhundert in das Flair der Fin-de-Siecle-Melodramen von Jules Massenet verliebt und lässt die Salonkompositionen neu und orchesterfarbig aufleben. Ein Abend der „expressions lyriques“.
Programm:
CLAUDE DEBUSSY | La plus que lente, Walzer
GEORGE ANTHEIL | Klavierkonzert Nr. 2
CLAUDE DEBUSSY | La serenade interrompue aus Préludes fur Klavier, Band I
(Fassung für Sopran und Kammerensemble von Fabio Nieder)
ERIK SATIE | Gymnopédies Nr. 1 und 3 (Fassung für Orchester von Claude Debussy)
JOHANNES SCHÖLLHORN | „Va“ d‘après Jules Massenet – expressions lyriques für Stimme und kleines Orchester
Sarah Maria Sun | Sopran
Rei Nakamura | Klavier
SWR Symphonieorchester
Jean- Michaël Lavoie | Dirigent
Lydia Jeschke | Moderation
Do 15.10 | Fr 16.10 | Sa 17.10
20:00 Uhr
In einer Welt, die von Angst, Effizienz und Überlebenslogiken geprägt ist, gehen Karolin Stächele und ihr Ensemble der Frage nach, wie viel Freude wir noch zu erleben und uns vorzustellen vermögen.
Premiere: Fr 16.10 | 19 Uhr
Sa 17.10 | So 18.10
jeweils 19 Uhr
Eine multimediale Performance-Installation über Wahrnehmung, Verkörperung und Wandel in einer Zeit zunehmender Beschleunigung. Im Zentrum steht der Körper als Resonanzraum und Gegenentwurf zu entkörperlichten Lebensrealitäten.
Gastspiel aus Berlin
Gastspiel: Sa 17.10. | 18:30 || So 18.10. | 19:30 Uhr
Klang und Bewegung begegnen sich in einem rhythmischen, intimen Dialog – als Liebende – sinnlich und existentiell. Aus dieser Begegnung entsteht Vielfalt, denn jede Klangschicht und jede Beleuchtung des Raumes laden Neues ein.
Di 20.10. | 20 Uhr
Was hat die Unfähigkeit zu fühlen mit anti-feministischer Radikalisierung im Internet zu tun? Was übersehen wir, wenn wir Männern pauschal unterstellen, sie hätten weniger Gefühle als Frauen? Woran erkennt man toxisch-progressive Männer? Warum sind Macker so oft melancholisch? Wie werden Frauen und Queers emotional ausgebeutet? Und was hat Spider Man mit all dem zu tun?
Mi 28.10. | 19:30 Uhr
Ein Stück deutscher Geschichte, wie man es selten gehört hat: Vom Aufwachsen in der DDR als Schwarze Tochter einer weißen Regimekritikerin.
Ein Abend mit Tupoka Ogette, moderiert von Sévérine Kpoti.
2026 feiern wir 30 Jahre Soziokultur im E-WERK Freiburg.
Wir wollen sichtbar machen, was das E-WERK war, ist und sein wird: eine Plattform für kulturelle Teilhabe, ein kreativer Produktionsort der freien Szene in Darstellender und Bildender Kunst und ein lebendiger Begegnungsraum für Freiburg und die Region.